Interview mit ASF: Wie werden Mini-PV-Anlagen recycelt? 


“Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit.” 
- Eric Schweitzer

 

Heute treffen wir auf ein Unternehmen, das sich bestens mit Nachhaltigkeit auskennt, denn die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH ist verantwortlich dafür, dass die Stadt Freiburg erneut einen Siegerplatz bei der Abfalltrennung im Land ergattert. Gegründet im Jahr 1999 beschäftigt sich die ASF nicht nur mit der kommunalen Abfallsammlung, sondern legt auch einen großen Wert auf Engagement für die Umwelt. 

In einem Interview mit dem Marketingleiter Peter Krause erfahren wir mehr davon, wie eine kleine Solaranlage recycelt wird und was genau mit den verwendeten Materialien nach der Entsorgung passiert.  


Solarista: Das Thema Energiewende hat in diesem Jahr stark an Popularität gewonnen und man sieht immer häufiger Balkone, die mit Mini-PV geschmückt sind. Treffen Sie bei der Mülltrennung oft auf Solaranlagen? Werden sie in der Regel von Anfang an richtig entsorgt oder sind Sie der Meinung, dass es an Aufklärung noch fehlt?  
 
ASF: Die Entsorgung ausgedienter PV-Module der ersten Generation ist erst seit wenigen Jahren auf der Entsorgungsseite wahrnehmbar. Daher besteht immer wieder Informationsbedarf. Bislang werden an den Recyclinghöfen eher unregelmäßig kleinere Mengen an Solarpanelen abgegeben. (De-)installateure von PV-Anlagen verweisen wir bei größeren PV-Anlagen (ab 100 m²) an die Stiftung elektro-altgeräte register (ear), die bei der Entsorgung vermittelnd zur Seite steht.

 

Solarista: In unserer kurzlebigen Gesellschaft macht man sich häufig erst im Nachhinein Gedanken um die Entsorgung, aber wer die Nachhaltigkeit l(i)eben möchte, muss sich im Vorfeld gut informieren. Können Sie uns daher mehr dazu sagen, wie und wo eine (kleine) Solaranlage richtig entsorgt werden muss? Wird dafür eine Anmeldung benötigt?  
 
ASF: Für ein zielführendes Recycling müssen PV-Module entsprechend des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) getrennt erfasst werden. Privatpersonen können ihre ausgedienten oder nicht mehr funktionsfähigen Module einfach zu den regulären Öffnungszeiten der Recyclinghöfe anliefern. 

 

Solarista: Was passiert mit dem Solarmodul nach der Sortierung? Kann jedes Material, das für die Produktion genutzt wurde, wiederverwendet werden? 
 
ASF: Die erfassten PV-Module werden zu spezialisierten Recyclinganlagen transportiert. Je nach Modultyp werden die Module unterschiedlich aufbereitet. Die Hauptmaterialien Glas (75 – 95 % des Gesamtgewichts) und Aluminium (ca. 10 %) werden schadstofffrei recycelt. Aufgrund der bislang geringen Mengen kann Silizium noch nicht wirtschaftlich verwertet werden. Enthaltene Schadstoffe wie Blei, Cadmium oder Tellur müssen fachgerecht verbrannt werden. 

 

Solarista: Der erste Gedanke beim Anblick vom kaputten Glas ist der Altlascontainer – auf Ihrem Instagram Kanal haben wir aber erfahren, dass kaputte Trinkgläser zum Beispiel dort absolut nicht hingehören. Stattdessen müssen sie in den Restmüll entsorgt werden. Wie sieht es denn mit zersplitterten Solarmodulglas aus? Unsere Mini-PV-Module bestehen aus hochtransparentem, antireflexbeschichtetem ESG-Glas. Ganz sicher gehört das auch nicht in den Altglascontainer. Muss das Glas speziell behandelt werden und woanders entsorgt werden? Hat es auch Aussichten auf ein „zweites Leben“?  
 
ASF: In die Altglascontainer darf nur Behälterglas (Flaschen, Marmeladen-, Gurkengläser etc.) eingeworfen werden. Andere Gläser, wie z.B. Trinkgläser, Ofenformen, Bleikristallgläser, gehören hier nicht rein, da sie das nachfolgende Glasrecycling negativ beeinflussen. Auch PV-Modulglasscherben dürfen nicht eingeworfen werden – sie müssen ebenfalls auf den Recyclinghöfen abgegeben werden. 

 

Solarista: Der Umweltschutz ist der Kern Ihrer Arbeit. Zu guter Letzt würden wir gerne wissen, was Sie als Abfallwirtschaft von der Solarenergie halten? Sind Sie ein Fan davon und sehen Sie eine positive Auswirkung auf die Umwelt? 
 
ASF: Neben dem Umweltschutz ist auch der Klimaschutz Teil unserer Unternehmensphilosophie. Daher sind wir klarer Befürworter erneuerbarer Energiesysteme, denn nur mit Hilfe dieser Systeme werden wir den Klimawandel eindämmen und zukünftige Generationen schützen können. Mit einer installierten Leistung von 3 MWp sind wir auf der ehemaligen Deponie Eichelbuck selbst Betreiber der größten PV-Anlage Freiburgs. Unseren Fuhrpark stellen wir seit Jahren sukzessive auf alternative Antriebe um – hierfür benötigen wir Ökostrom. 

Während wir die Energiewende vorantreiben, müssen wir weiterhin auf die Aufrechterhaltung des Umweltschutzes achten, denn nur Hand in Hand gelingt uns die nachhaltige Zukunft.

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